Nistkastenkontrolle im Gewann Häusernen

Wer hat im Gebiet der Kreutäcker gebrütet?

Im Jahr 2009 wurde das Halbtrockenrasengebiet Kreutäcker durch einen Landschaftspflegetag enorm aufgewertet. Jeden Herbst und Winter pflegen wir das Gelände und halten es offen. Seitdem fühlen sich auf den besonnten Hängen viele Insekten und seltene Pflanzen wohl. Auch als Brutgebiet sind die Kreutäcker begehrt. Der NABU hat dort mittlerweile 20 Nistkästen aufgehängt. Nicht nur der Gartenrotschwanz, Vogel des Jahres 2011, brütet regelmäßig dort. Welche Arten sich in diesem Frühjahr und Sommer angesiedelt haben, das zeigte sich bei der Nistkastenkontrolle und -reinigung.

Mit der Leiter geht es hoch zu den Nistkästen. Schwindelfrei sollte man sein und kräftige Arme haben, um die Kästen aus stabilem Holzbeton abhängen zu können. Jede "Vogelwohnung" hat ihre eigene "Hausnummer". So können wir anhand unserer Listen feststellen, wer im vergangenen Jahr hier gebrütet hat und welche Vorlieben die einzelnen Vogelarten haben.

Aber bevor es nach oben geht, lohnt ein kritischer Blick auf das Einflugloch. Wenn dort Hornissen oder Wespen herumschwirren, bleibt man lieber in respektvollem Abstand. Manche Hornissenvölker füllen einen ganzen Vogelkasten aus und brauchen für ihr Nest sogar den kompletten Eingangsbereich.

An der Art des Nestes kann Oliver Maier erkennen, welche Vögel hier ihre Jungen aufgezogen haben. Liegt eine Staubschicht am Boden des Nestes, war die Brut erfolgreich: der Staub stammt von den Dunen- und Federkielen der Jungvögel. Die Wahl des Nistmaterials gibt Hinweise auf die Vogelart.

Im nassen, kalten Frühling 2013 konnten viele Vögel ihre erste Brut nur teilweise oder gar nicht aufziehen, weil sie kaum Insekten gefunden haben. In den Nistkästen finden sich immer wieder Resteier, und gelegentlich sind auch verendete Jungvögel dabei.

Die Kästen werden geleert und gereinigt. Im Winter dienen sie als Schlafplätze für alle Arten, die nicht in wärmere Regionen ziehen.

Hier gibt schon das Einflugloch Auskunft über die Vogelart. Der Kleiber hat die Angewohnheit, das Einflugloch mit einem extrem harten Lehm zu verkleinern. So schützt er sich vor Mardern oder Eichhörnchen, die gerne mit der Pfote in den Kasten langen und Jungvögel herausholen. Manchmal kleistert der Kleiber sogar alle Ritzen zu, so dass sich die vordere Wand nicht mehr öffnen lässt. Dann hilft nur noch der Einsatz von Werkzeug.

Auch bei der Innenausstattung ist der Kleiber fleißig: er trägt eine dicke Schicht Material in seinen Kasten, und am liebsten sammelt er kleine Rindenstücke von Kiefern. Die findet er in den Kreutäckern zuhauf und schichtet sie zu einem komfortablen Nest für seine Jungen.

Auch für die Fledermäuse gibt es Quartiere in den Kreutäckern. Spezielle Kästen mit einem schmalen Einflugloch an der Unterseite bieten einen dunklen und angenehmen Tagesaufenthalt für die kleinen Nachtjäger. In diesem Jahr konnten wir allerdings keine Fledermaus beim Sommertagschlaf überraschen.

Die Vögel hatten es dieses Jahr nicht leicht mit der Witterung. Viele haben nach einem ersten erfolglosen Versuch eine zweite Brut begonnen und doch noch Junge aufgezogen. In den Kreutäckern waren neben diversen Meisenarten auch Kleiber und Gartenrotschwanz erfolgreich. Außerdem haben sich fünf Hornissenvölker und ein Wespenvolk angesiedelt. Alle sind wichtige Anzeiger für den guten Zustand des Gebietes und wesentlicher Bestandteil der biologischen Vielfalt.

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